Aus dem Alltag


Jan 22

Ein Puzzle-Teil aus dem Schulalltag ... im inneren Salzkammergut:

Am Beginn dieses Schuljahres wäre in einer Klasse 1 Reli-Stunde (Volksschule) angesagt gewesen.

Plötzlich hieß es, dass sich zwei Jungs dafür interessieren auch in den RU zu kommen -

beide mit kirchenfernem Hintergrund (ohne Bekenntnis).

Damit wurde aus einer Stunde zwei Reli-Wochenstunden!

Eine sehr unverhoffte "Türe", die aufging und einmal mehr den Weg für die wertvollste aller Botschaften ebnete. Es ist auch besonders ermutigend, dass die Klassenlehrerin im Gebet hinter ihrer Klasse steht.


Dez 21

Ein Erlebnis aus der Schweiz:

Ende November schrieb ein Gymnasiallehrer  einem anderen Kollegen, er würde gerne die christliche Schülergruppe an der Schule dabei unterstützen, auf Weihnachten hin die christliche Botschaft sichtbar zu platzieren - er sei aber unsicher, ob und wie man das dürfe. Der Kollege schrieb ihm gleich zurück und machte ihn auf die Europäische Menschenrechtskonvention EMRK §9 aufmerksam und auf die schlechte Gewohnheit, die säkularistische Weltanschauung als überlegen zu akzeptieren.

Am 10.Dezember schrieb er zurück: "Das hat uns Mut gemacht, Gottes Wort ein wenig präsenter in der Schule zu platzieren: Die christliche Schülergruppe hat am Weihnachtsbaum in der Eingangshalle der Schule kleine Kärtchen aufgehängt. Jedes Kärtchen trug eine Zahl, ganz im Sinne eines Adventskalenders. Die Rückseite konnte man freirubbeln und es erschien ein Spruch/Psalm. Zusätzlich zum Spruch hat es dann eine passende Alltagsfrage z.B. "wer tröstet Dich?", oder "was kommt Dir zu Hoffnung in den Sinn?")gegeben. Bis jetzt gab es noch keine negative Rückmeldung! 😊
Zudem wurde noch kurz mit dem Rektor über eine mögliche Fläche für die christliche Schülergruppe an der Info-Pinnwand gesprochen. Er sah da keine Probleme: "Wir wollen Diversität leben und erlauben.... Schließlich haben wir auch eine Gender-Gruppe, Klima-Gruppe usw., die sich auch bemerkbar machen. Wir stehen für multikulturelle und friedliche Gesellschaft.“


Mai 21

Mit etwas Wehmut dachte ich an die vielen gemeinsamen Jahre zurück, wie an an jenes gemeinsame  Schilager mit 150 Kindern, 5 Klassen(!), bei dem ich als junger Lehrer als Leiter meine Feurtaufe erlebte, wo wir uns im Tischtennis maßen etc... Wehmütig auch deswegen, weil trotz offensichtlicher gegenseitiger Sympathien und mancher Gespräche die Vertrautheit fehlte, über Glaubensfragen tiefer einzutauchen, meinem größten Anliegen...

Was mir seine Frau Elfriede am nächsten Tag bei einem ausgedehnten Spaziergang erzählte, sollte diese Wehmut in tiefe Dankbarkeit und helle Freude verwandeln! 

Die letzten Lebenswochen Hermanns sollten seine bedeutendsten werden!

Einer seiner Jugendfreunde aus der unmittelbaren Nachbarschaft hatte nach bewegten Jahren zum Glauben an den Herrn Jesus gefunden und dadurch in seinem Leben Halt und Richtung gewonnen.

Als er von Herrmanns schwerer Zeit erfuhr, nahm er nach Jahrzehnten wieder Kontakt mit ihm auf.

Eine herzliche Beziehung entstand neu, im Laufe dieser Begegnungen fand Hermann auch zu Jesus Christus! Sein Leben habe sich ganz auffällig positiv gewandelt, erzählte seine Frau. Hermann  konnte trotz seiner jungen Jahre und trotz der so unerwartet über ihn gekommenen Erkrankung in Frieden mit seinem Schöpfer sein irdische Leben abschließen, welch ein Geschenk...


Mein Wunsch, dass langjährige Kollegen zum Glauben an Jesus Christus fänden, fand hier eine unerwartete Erfüllung.
Martin Luther soll gesagt haben: „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich fein.“

Pensionsgeschichten...


Beinahe 40 Jahre war ich als Lehrer am BRG Wörgl tätig.

Im September 2018 begann für mich ein so neuer, hoffnungsfroher Lebensabschnitt – der sogenannte „Ruhestand“. 

Aber diese Zeit brachte „Überraschungen“. Wenige Monate später musst ich mich einer Operation unterziehen und in dieser Zeit starb ein langjähriger Fachkologe, Hermann, den ich wegen seiner beständigen Freundlichkeit sehr geschätzt hatte, an seiner schweren Erkrankung. Er  war nur zwei Jahre vor mir in Pension gegangen.   Ich konnte nicht einmal an seiner Beerdigung teilnehmen...


Wieder wenige Monate später befand ich mich auf Reha (=Rehabilitation) in Münster, seinem Heimatort.  Von meinem Balkon konnte ich direkt auf den Friedhof sehen, auf dem mein Kollege begraben worden war. So beschloss ich sein Grab zu suchen, welches ich auch schnell fand. Mit aufgewühlten Gefühlen verbrachte ich einigen Minuten der Stille vor diesem. Der Gedanke, seine Frau, die ich ja kannte, anzurufen, ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Mit bangem Herzen wählte ich ihre Nummer.  Ihre spontane Freude über meinen Anruf überraschte und bewegte mich. Wir beschlossen am nächsten Tag einen Spaziergang zu machen, sie wollte mir von Hermanns letzten Wochen erzählen...